Adipositas: Adipositas ist eine chronische Krankheit und kann auch bezeichnet werden als Obesitas (engl.: obesity) oder Fettleibigkeit. Dabei handelt es sich um eine übermäßige Vermehrung oder Bildung von Fettgewebe. Der Begriff Fettsucht ist nicht sinnvoll, da Adipositas in den meisten Fällen nichts mit Sucht zu tun hat, erst recht nicht mit einer Sucht nach Fett! Da Adipositas mit Übergewicht verbunden ist, werden beide Begriffe oft synonym gebraucht. Dies ist aus medizinischer Sicht nicht korrekt. Der Mediziner spricht von Adipositas ab einem BMI von 30, von Übergewicht hingegen ab einem BMI von 25. Adipositas kennzeichnet somit einen gewissen Schweregrad von Übergewicht.


Adipositas bei Kindern

Die Fettleibigkeit grassiert unter deutschen Kindern: 10-20% der Schulkinder und Jugendlichen sind zu dick und viele werden zeitlebens übergewichtig bleiben. Studien aus Jena und Hamburg belegen für Deutschland einen drastischen Anstieg des Körpergewichts in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Seit 1985 hat sich der Anteil an übergewichtigen Jungen mehr als verdoppelt - auf knapp 26%. Noch gravierender ist der Zuwachs bei den Mädchen. Jedes dritte von ihnen ist zu schwer. Mitte der 80er Jahre war es kaum jedes Neunte. Außerdem nehmen die Extremformen zu: Hatten früher Jugendliche schlimmstenfalls ein Gewicht von 160 Kilogramm, so zeigt die Waage heute bis zu 180 Kilo und darüber an.


Weltweites Problem

Übergewicht erobert alle Länder, Adipositas ist ein weltweites Problem: die schwere Last des Wohlstands. Erstmals leben so viele dicke Menschen auf der Erde wie dünne:
1,1 Milliarden hungern jeden Tag - ihnen stehen 1,1 Milliarden Übergewichtige gegenüber, Tendenz steigend. Die Welt-Gesundheitsorganisation WHO bezeichnet Adipositas als das größte chronische Gesundheitsproblem. In einigen westlichen Industrienationen sind mehr als 30 Prozent der Menschen übergewichtig. Je nach Nation verursachen Adipositas und die Folgeerkrankungen fünf bis zehn Prozent der Gesamtkosten des Gesundheitswesens. In den USA werden etwa 280.000 Todesfälle pro Jahr auf die Adipositas mit ihren Folgeerkrankungen zurückgeführt. Übergewicht ist damit - nach dem Rauchen - Todesursache Nummer zwei.

Es gibt einige Denkmuster und Verhaltensweisen, die als charakteristisch für Übergewichtige und ihre Familie gelten:
  • Bei manchen Übergewichtigen war es schon in der Herkunftsfamilie Tradition, Essen als Belohnung einzusetzen, so dass diese Menschen später Essen auch als einzige Möglichkeit sehen, sich etwas Gutes zu tun.
  • Auf ähnliche Weise kann gelernt worden sein, bei Einsamkeit, Langeweile, bei Frustration jeglicher Art oder zur Beseitigung von innerer Leere zu essen.
  • Bei manchen Menschen hat Dicksein die Funktion des emotionalen Schutzes und der Abgrenzung (Panzer) z. B. bei dahinter liegender Angst vor Sexualität.
  • Bei Männern wird Dicksein mitunter mit Mächtigsein assoziiert. Auch die zahlreichen Mythen, Volksweisheiten und Vorurteile über gutes Essen und dicke Menschen können Einfluss haben.