
| Zwangsstörungen: |
Die Entstehung einer Zwangserkrankung lässt sich dann verstehen, wenn man nach der Funktion
des Zwangs fragt. In seinem Ursprung ist der Zwang verwandt mit dem Ritual, dass kulturell eine
wichtige stützende Funktion hat, wenn es um Veränderungen geht. Das Ritual wirkt
angstmindernd. Ebenso dient der Zwang der Bewältigung von Angst. Kann im Gegenzug eine
Zwangshandlung, wie das Kontrollieren, nicht ausgeübt werden, löst dies beim Erkrankten
ein unerträgliches Maß an Angst aus. Unterschieden werden muss zwischen Zwangshandlungen und Zwangsgedanken. Die Zwangshandlungen sind Handlungen, die die Betroffenen immer wieder ausführen müssen, ohne dass ein äußerlicher Sinn erkennbar ist. Hierzu zählen z.B. das zwanghafte Zählen von Schritten oder Fliesen, das zwanghafte Händewaschen, Einhalten bestimmter Reihenfolgen oder Ordnungen, das mehrfache Kontrollieren ob der Wasserhahn zugedreht, der Herd ausgeschaltet, die Kerze gelöscht oder die Autotüre geschlossen ist. Diese Zwangshandlungen schneiden oftmals in massivem Ausmaß in das Leben der Erkrankten ein, da ihr Ausführen enorm viel Zeit beanspruchen kann. In extremen Fällen füllt das Ausführen der Zwänge den gesamten Tag aus. Flexibles Handeln, Spontanität und freie Entscheidungen sind dann nicht mehr möglich. Die Zwangsgedanken sind Gedanken, die sich den Betroffenen immer wieder aufdrängen und dabei als sinnlos erkannt werden (hierin unterscheidet sich der Zwangsgedanke vom Wahn). Inhaltlich geht es meist um angstbesetzte Gedanken in peinliche Situationen zu geraten oder jemandem zu schaden. Beispielsweise:
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